Was bedeutet „Zukunft FRA-Relaunch 50“ für uns?

von Claudia Amier (Kommentare: 0)

„Zukunft FRA-Relaunch 50“?

So nennt die Unternehmensleitung ihr Projekt, mit dem sie auf die Auswirkungen der Corona-Krise in den nächsten Monaten reagieren will. Die Zahl 50 ergibt sich aus einem geschätzten Passagierrückgang von 70 Millionen in 2019 auf 50 Millionen pro Jahr bis 2023. Aus Sicht des Arbeitgebers entsteht daher ein Personalüberhang von 3.000 bis 4.000 Stellen im Konzern – also nicht nur bei der Fraport, sondern auch bei FraGround, FraSec und anderen Tochterfirmen. Für die Fraport AG plant der Arbeitgeber einen Personalabbau von ca. 2.200 Stellen, davon ca. 600 Stellen im BVD der Fraport.

Welche Arbeitsplätze könnten wegfallen?

Das ist zurzeit noch unklar. Die einzelnen Bereichsleitungen der Fraport wurden vom Vorstand aufgefordert, bis Ende Juli Vorschläge für Personalreduzierungen zu erarbeiten. Es soll überlegt werden, welche Aufgaben man vereinfachen, automatisieren, effizienter organisieren oder streichen kann. Die Planung dieser verschiedenen Umstrukturierungsmaßnahmen möchte der Arbeitgeber noch 2020 abschließen. Den eigentlichen Personalabbau möchte er dann bis 2024/25 vollziehen. Inwieweit es in diesem Zeitraum zu betriebsbedingten Kündigungen kommt, ist abhängig von der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung und von der Ausschöpfung sozialverträglicher Maßnahmen.

Für alle Beschäftigten im Unternehmen gilt zunächst die Kurzarbeit bis Februar 2021 weiter, wie es die ver.di-Betriebsräte gefordert haben. Bis dahin sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.

Was können wir tun?

Wenn Millionen Passagiere über Jahre wegbrechen, wird der Arbeitgeber wahrscheinlich Arbeitsplätze abbauen. Das ist zunächst eine rein unternehmerische Entscheidung, die allerdings gesetzlichen „Leitplanken“ unterworfen ist. An dieser Stelle kommen die Gewerkschaft und die ver.di-Betriebsräte ins Spiel. Denn um Verhandlungen mit ver.di kommt der Arbeitgeber nicht herum. Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen und fordern sozialverträgliche Lösungen. Insbesondere betriebsbedingte Kündigungen wollen wir mit allen Mitteln verhindern. In der Geschichte der Fraport AG gab es bisher noch nie betriebsbedingte Kündigungen – so soll es auch bleiben. Unsere Kolleginnen und Kollegen wollen eine Perspektive haben, die der bisherigen Unternehmenskultur und den Werten der Fraport folgt.

Deshalb werden wir in den anstehenden Verhandlungen alles dafür tun, dass ein Kahlschlag verhindert wird und sozialverträgliche Lösungen mit dem Arbeitgeber verhandeln. Dazu gehören beispielsweise die Ausweitung der Altersteilzeit, die Reduzierung von Fremdpersonal, ein Abfindungsprogramm, neue Modelle für Arbeitszeit oder freiwillige Teilzeit.

Gewerkschaft und Betriebsrat können einen Personalabbau nicht verhindern. Aber wir haben Instrumente zur Hand, mit denen wir einen möglichst sozialverträglichen Abbau einfordern können.

Halber ver.di-Mitgliedsbeitrag

Ein Großteil der Beschäftigten der Fraport ist weiterhin von Kurzarbeit betroffen. Um die damit verbundenen finanziellen Einbußen abzumildern, haben wir den ver.di-Mitgliedsbeitrag bis September halbiert. Ver.di-Mitglieder genießen natürlich weiterhin den vollen Rechtsschutz.

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