Freiwilligenprogramm: Fraport lässt nicht alle gehen

von Christoph Miemietz (Kommentare: 0)

In den kommenden Monaten werden 1.203 Beschäftigte die Fraport freiwillig verlassen, darunter sehr viele langjährige Kolleginnen und Kollegen. Mit diesem persönlichen Schritt schützen sie die Arbeitsplätze von vielen tausend Beschäftigten, die bleiben wollen.

Gleichzeitig sind viele, die sich freiwillig gemeldet haben, enttäuscht und verärgert über den Arbeitgeber. Denn nicht alle die gehen wollten, dürfen auch gehen. Es wurden 409 Anträge von der Fraport abgelehnt. Und dass, obwohl viele Beschäftigte von ihren Vorgesetzten geradezu gedrängt wurden, die Abfindung anzunehmen und das Unternehmen zu verlassen. Im BVD hat die Bereichsleitung den Beschäftigten sogar falsche Versprechungen gemacht: „Wer gehen will kann gehen, egal wer“, wurde dort behauptet. Viele der Betroffenen hatten sich bereits auf ein Ausscheiden aus dem Unternehmen eingestellt. Und nun wurden doch etliche Freiwillige abgelehnt.

Der Vorstand war scheinbar überrascht, wie viele Kolleginnen und Kollegen am Ende freiwillig gehen wollten. Natürlich heißt das Programm nicht umsonst „Freiwilligen-Programm“ – freie Wahl für die Beschäftigten und für den Arbeitgeber. Aber der vorangegangene Druck auf die Beschäftigten sowie die falschen Versprechungen einzelner Vorgesetzter haben bei vielen Kolleginnen und Kollegen großen Frust erzeugt – und der bleibt.

Fraport-Vorstandschef Schulte hat sogleich bekundet, „das Risiko betriebsbedingter Kündigungen sei nun geringer“. Wir sagen: Wer 409 Beschäftigte nicht gehen lassen will, der darf auch keine weiteren Kündigungen fordern! Das werden wir dem Arbeitgeber entgegenhalten, wenn er weitere Opfer von der Belegschaft fordern sollte.

Unterm Strich muss man sagen: Das Freiwilligenprogramm war ein richtiger Schritt, um die Krise ohne betriebsbedingte Kündigungen zu überstehen. Diesen Weg wollen wir weiterverfolgen.

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